Handarbeit

Kopf, Herz und Hand –
Denken, Fühlen und Wollen 

Im Handarbeitsunterricht geht es neben der Geschicklichkeit der Hände durch sinnvolle, altersgemäße Tätigkeiten, um rhythmisch wiederholende, künstlerisch geführte Bewegung und Übung sowie das Verhältnis von Theorie und Praxis. Kräftigung des Willens, Eigenverantwortung, Teamfähigkeit sowie urteilsfähiges, logisches Denken können durch die geschickten Bewegungen gebildet werden. Die Feinmotorik ist für die Intelligenzentwicklung von entscheidender Bedeutung. Intelligenz zielt nicht auf Fertiges, sie begreift das Tätige, Bewegende, Werdende. Gebildet wird sie durch Tätigkeit, Bewegung und handwerklich, künstlerische Gestaltung. An allen Themen arbeiten Jungen und Mädchen zusammen. Handarbeit wird in den Klassen 1-8 angeboten. In den Klassen 9 und 10 wird der Handarbeitsunterricht als Handwerklich-Künstlerischer Unterricht (HKU) mit Spinnen und Weben sowie Schneidern weitergeführt.

Schöpferisch tätig sein

Rudolf Steiner hatte bei der Gründung der ersten Waldorfschule einen für die damalige Zeit sehr modernen Ansatz für die Handarbeit formuliert. Der Handarbeitsuntericht muss künstlerisch sein. Er beauftragte deshalb als erste Handarbeitslehrerin die Künstlerin Hedwig Hauk.

Ein weiterer wichtiger Aspekt beim Handarbeitsunterricht in der Waldorfschule war seit Anbeginn, dass alle Schüler*innen die Selbstorganisation in der Vorbereitung, Planung, Gestaltung und Fertigung der Werkstücke erleben sollten. Handwerklicher Unterricht fördert somit Ausdauer und Empathie. Die Erfahrungen, wie aus einem Wollvlies am Ende eines Arbeitsprozesses eine Mütze oder ein Schal entsteht, die/der dann auch wirklich getragen werden kann, sind ein grundsätzlicher Ansatz in der Handwerkspädagogik. Handarbeit ist mehr als nur als das Erlernen einer Technik. Es ist das Erleben schöpferischer Tätigkeit. Für Rudolf Steiner war es wichtig, dass Dinge hergestellt werden, die mit unserem Alltag zu tun haben und gebraucht werden.